Friday, June 5, 2009

Wandern - Eisenerzer Reichenstein

Als wir aus dem Auto ausstiegen, wehte uns ein kalter Wind um die Ohren und wir waren mal wieder sehr froh, das wir uns nicht auf den Wetterbericht verlassen hatten. Zusatzkleidung ausgepackt, Haube und Handschuhe angezogen (es ist Anfang Juni, aber jetzt weiß ich auch wieder wieso ich Haube, Handschuhe, 2tes T-shirt,  wirklich immer im Rucksack habe) und es konnte los gehen.

Der Aufstieg verlief im Großen und Ganzen problemlos, doch im Nachhinein betrachtet war die Entscheidung über den Grete-Klinger-Steig zu gehen eine gefährliche. Ohne Eispickel oder Steigeisen, dauert das überqueren eines 100m langen hart gefrorenen Schneefeldes doch sehr lange. Am Foto ist der Weg sehr gut zu erkennen, das Schneefeld ist ca. 100m lang aber leider fanden wir keine Trittspuren vor. Wir brauchten über 30min auf die andere Seite, und mussten uns jeden Tritt erst in den harten Schnee treten. Ein falscher Schritt und wir wären 200-300 Meter in ein Geröllfeld abgerutscht.


Der restliche Weg auf den Gipfel ist sehr gemütlich und leicht über die Leitern und Drahtseile zu erreichen.

An unserem Ziel waren wir aber noch lange nicht, wir wollte nämlich den Reichenstein umrunden. Allerdings wussten wir nicht ob ein Abstieg vom Reichhals in den Krumpenhals aufgrund der Schneebedingungen überhaupt möglich wäre. Als wir noch versuchten die Schneesituation zu beurteilen um festzustellen ob wir auch mit Eis rechnen mussten, kamen uns zum Glück 3.Bergsteiger entgegen. Welche unsere Abstiegsroute so eben Aufgestiegen waren.
So gleich stellte sich auch schon, Resignation ein, da sie mit Steigeisen und Gamaschen ausgerüstet waren. Nach kurzer Absprache mit ihnen, bestätigten sie uns aber das es durchwegs Firnschnee sei.

Nach kurzem hin und her entschieden wir uns dann es zu riskieren, und falls es zu gefährlich werden würde, wollten wir einfach versuchen zurück Aufzusteigen.

Der ganze Abstieg führte durch uns durch Schnee, biss auf einige vereiste Meter und einer Landung am Allerwertesten konnten wir relativ sicher Absteigen.


Beim Aufstieg zum Kreuzungspunkt über Krumpen mussten wir uns wieder über ein 800m Schneefeld hinauf kämpfen. Diesmal ging es ein wenig besser weil es nicht mehr so eisig war und wir da es Bergauf ging keine Angst mehr haben mussten auszurutschen.

Route:

Präbichl – Grübl – 1 Abzweigung nach Links (Reichenstein nicht angeschrieben) – Querung unterm Reichenstein über den Grete-Klinger-Steig (100m Schneefeld) – über Stiege zum Reichenstein (2165m) – Reichensteinhütte – kurz danach 25min Pause – 2143m - Reichenhals – Krumpenhals (1700m) extreme Schnee- und Geröllfelder – Krumpensee – über die Krumpen Richtung Grüblzinken zur Kreuzung – Grübel zurück zum Parkplatz zur Karte


Fazit: Noch extrem viel Schnee und vereiste Schneefelder vor allem beim Grete-Klinger-Steig. Abstieg zum Krumpensee sehr schwierig – riesige Schneefelder, Wiese total durchnässt und extrem rutschig, sehr steil und abschüssig. Auch der befestigte Weg danach hat hohe Steinstufen und es war sehr rutschig, wir brauchten über 2h zum See. Krumpen über 800m Schneefeld. Abstieg dann nur mehr 1h. Anstrengende Tour, Steigeisen zu empfehlen, Sonnenschutz, Schnee hat sehr stark reflektiert. Traumhafte Landschaft, Ausblicke und viele Tiere (Murmeltier, Steinbock, Gämsen)

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