Unsere ersten Versuch am Posterlersteig machten wir am 04.09.2011, nicht nur war es unser erster Versuch in dieser Route nein es war auch unser erster Versuch in diesem Gebiet (Röthelstein Südgürtel SO-Sporn). Von Frohnleiten komment fuhren wir bis Tyrnau und weiter zum Parkplatz Rote Wand. Zuerst hieß es mal den Weg und den Einstieg zu finden, wie immer eine lästige Angelegenheit. Zum Glück trafen wir zwei Bergsteigerkollegen welche uns zum Einstieg lotsten. Als wir uns gerade am Einstieg fertig machten kam eine zweite Seilschaft welche die selbe Route machen wollte wie wir. Da wir noch recht unerfahren waren und die Wegfindung im Postlersteig eine schwierige ist boten wir der Seilschaft an sie vor zulassen mit der kleinen Bitte, ihnen Nachsteigen zu dürfen um uns so die Wegfindung einfacher zu machen. Am Bild unten sieht man den netten älteren Herren mit blauem Rucksack. So verbrachten wir den Tag in der Route zu viert, hatten viel Spaß und sind noch immer sehr dankbar für die Führung durch die Wand.
Rucksack habe ich zur Zeit den Deuter Guide 45+ im Einsatz, in der Halle Klettere ich den Evolv Predator G2 und draußen meinen alten Boreal Joker mit Loch(kostete früher beim eybl nur 69,90€)
Wir sind erst vor kurzen auf die Petzl William/AMD mit Ball-Lock umgestiegen, mittlerweile ein zusätzliches Sicherheitsfeature das ich nicht mehr missen möchte. Ich habe erst vor wenigen Tagen in der Halle wieder gesehen wie einem ein Schraubkarabiner aufging während er mittels HMS sicherte, zum Glück ist nichts passiert. (Naja Halle und Sicherungstechnik von einigen, darüber könnte ich mich wohl Stundenlang aus kotzen, das erspare ich euch aber für heute.)
Wir starteten von Hinterstoder gegen 6:00 Uhr morgens. Hinterstoder liegt auf nur 621m Seehöhe, man weiß also schon was einen erwartet, richtig harte Arbeit.
Am beginn folgt man einer breiten Forststraße, muss also keine Angst haben sich im Dunkeln zu verlaufen oder zu verstolpern. Da es sehr schnell hell wurde, konnten wir auf den Einsatz von Stirnlampen verzichten.
Als kleiner Tipp:
Die meisten machen den Aufstieg in zwei Etappen, am Besten steigt man am Nachmittag auf das Prielschutzhaus auf wofür man gute zwei Stunden benötigt. Und startet dann am nächsten morgen gut ausgeruht auf den Gipfel.
Wir hatten traumhaft schönes Wetter, was sich aber leider sehr bald nicht unbedingt als Vorteil herausstellen sollte. Nach dem Schutzhaus ist man der Sonne gnadenlos ausgesetzt, es gibt kein Fleckchen Schatten mehr. Genügend Wasser und ein guter Sonnenschutz sind also Voraussetzung für einen erfolgreichen Gipfeltag.
Der Plan sah eine gemütliche Anreise und eine Übernachtung im Karl Volkert Haus vor, am nächsten Morgen sollte es dann mit dem ganzen Material auf die Oberwalderhütte gehen.
Vorweg gleich eine WARNUNG das Karl Vokert Haus, ist eine Bruchbude, es war sehr sehr dreckig, nicht nur die Zimmern, nein auch der Koch hatte seine Kleidung wohl schon eine Woche nicht mehr gewechselt. Für das Menü des Tages, Knödel mit Ei + Salat, zahlten wir dann auch noch saftige 11 Euro, einfach Abzocke. Am Abend beschimpfte die Wirtin die Gäste die bezahlen wollten weil sie total überfordert war. Echt schade und kein guter Einstand für den ersten Abend.
Wir liesen uns den Abend nicht verderben, da das Martyrium ja morgen schon vorbei sein sollte, aber nächsten Morgen kam wieder mal alles anders wie geplant. Wir wussten zwar das eine Kaltfront auf ihrem Weg war, jedoch sollte die Front erst gegen Mittag eintreffen, was uns genug Zeit für einen sicheren Aufstieg bringen hätte sollen. Allerdings erreichte sie uns 12h früher als erwartet, ab Mitternacht war die Hölle los und ein Berggewitter vom feinsten lies uns kein Auge zu machen. Am nächsten Morgen regnete es noch immer in Strömen, an einen Aufstieg war nicht zu denken. Nach Absprache mit dem Hüttenwirt der Oberwalderhütte entschieden wir uns den Aufstieg um einen Tag zu verschieben, die gute Nachricht die er für uns hatte war, es sollte schöner werden und es hatte selbst auf der Hütte nicht geschneit.
Für unsere zweite Mehrseiltour suchten wir uns den Rablgrat in der nähe von Weiz aus, da diese Tour laut Topo eine schöne Kletterei mit verschiedenen Variationsmöglichkeiten im dritten und vierten Grad versprach. Wir parkten am nördlichen Ende der Weizklamm und folgten dem Jägersteig in Richtung Rablgrat. Erste Probleme verursachte allerdings schon der Zustieg, ist man an der Hängebrücke vorbei teilen sich die Wege, hier muss man sich rechts halten bis man zu dem Steinmann kommt und dann auf der linken Seite dem eher unscheinbarem Weg folgen, bis das Holz Plateau zu sehen ist. Auf der Plattform befindet sich der Einstieg zum direkten Gratweg, für die anderen Varianten muss man noch ein Stück am Fels entlang gehen. Da der Abstieg wieder direkt am Plateau vorbeiführt und die Route nur 3 oder 4 Seillängen hat (je nachdem ob man variert) kann man die Rucksäcke unten stehen lassen.